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Kleinere Veränderungen zeigen die menschliche Vorliebe für Neuerungen
und Wandel um ihrer selbst willen. Vollkommen gebräuchliche Standardwörter
werden regelmäßig ersetzt oder ergänzt, nur um der zusätzlichen
Würze willen, mit der man die Sprache verfeinert wie eine Suppe mit Thymian.
Die meisten sind Modewörter, die beinahe ebenso schnell wieder verschwinden,
vor allem bei den Jugendlichen. Eine besonders verwundbare semantische »Position«,
die regelmäßig zu Ersetzungen oder Ergänzungen einlädt, ist
das Wort »hervorragend« mit seinen Dutzenden von umgangssprachlichen
Synonymen, die kommen und gehen: »stark«, »super«, »klasse«,
»spitze«, »scharf«, »abgefahren«, »cool«,
»geil«, »fett« und so weiter. Andere Wörter beginnen
ihre Karriere als Modewörter und bleiben dann erhalten, wie acute im England
des 18. Jahrhunderts, das umgangssprachlich zu cute wurde und zunächst »klug,
gewitzt, listig« meinte, dann, in den USA, »attraktiv, hübsch«.
Cuteness für »Schönheit« ist eine junge Ableitung dieser
späteren Neudefinition.
Slang bezeichnet ein nicht dem Standard zugehöriges, informelles Vokabular,
das die Sprache aus einer Vielzahl von Gründen verändert. Auch viele
ältere Schriftsteller und Dichter benutzten umgangs- sprachliche Ausdrücke
als Stilmittel in ihren Werken. Vom 18. bis zum Ende des 20. Jahrhunderts jedoch
versuchte man, Slang zu vermeiden und die Sprache vorschriftsmäßig
zu sprechen, ein Ergebnis der bürgerlichen Bildungsbewegung, die seit der
Aufklärung das Ideal einer »schicklichen Sprache« verteidigt.
Heute benutzen Sprecher Slang immer mehr wie zu Zeiten Shakespeares. Slang wird
selbst in höheren sozialen Schichten gesellschaftsfähig: So nannte
ein Pressesprecher des Weißen Hauses einen Satellitenstart awesomely cool,
was man mit »supercool« übersetzen könnte – auch
dies ein Beweis des schnellen, innovativen, von der Wirtschaft geprägten,
multi-ethnischen Sprachgebrauchs in den USA. Im Gegensatz dazu würde man
in Deutschland und Frankreich Slang in höheren Schichten nicht dulden,
da er in beiden Ländern auf die »unteren« Schichten beschränkt
ist, auch wenn der deut- sche Bundeskanzler Gerhard Schröder, damals noch
niedersächsischer Ministerpräsident, die Lehrer einmal kollektiv als
»faule Säcke« bezeichnete. Slang in einem alten tahitischen
Gebet zu verwenden, um ein extremes Beispiel zu nennen, hätte sofort eine
körperliche Züchtigung nach sich gezogen.
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